Interview

Streetfotografie mit Gefühl Interview – Auf der Jagd nach Motiven mit Alex Rossa

Während für mich Fotografieren was Meditatives ist, jagt Alex (@reality_to_midi) Motive. Wir sind auf der Suche nach einem Cafe gewesen. Nicht lange, vielleicht 20 Minuten. In dieser Zeit machte Alex einige wirklich tolle Bilder, ohne dass ich etwas davon bemerkte. Momente, die ich absolut nicht gesehen habe, obwohl ich ebenfalls daran vorbei gelaufen bin.

Fotografieren hat viel mit Aufmerksamkeit zu tun und damit Umliegendes wahrzunehmen. Die Kamera muss dabei immer einsatzbereit sein. Hier hat Alex ein Gefühl entwickelt, als wäre er Eins mit der Kamera. Die Wahl der Kamera: eine Leica, eine Kamera mit Gefühl, so wird es zumindest erzählt. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Interview.

Wir sprachen auch über die Fülle an Inhalten in seinem Instagram Profil. Für mich war es schwer vorzustellen, wie er es schafft so viele Bilder, in kurzer Zeit, fertigzustellen. Kein Geheimnis aber Alex hat einfach nicht die Ruhe ein Bild liegen zu lassen. Für ihn ist der gesamte Prozess zusammengehörig und die Spannung auf das fertige Bild viel zu groß. Sobald die Möglichkeit besteht, wird es im Postprocessing veredelt.

Farben lenken zu sehr ab, so Alex. Nach eigenen Worten, kann er sich einfach besser in schwarz-weiß Bildern wiederfinden. Der für ihn typische schwarz-weiß Look entsteht.

Welche Bedeutung hat Fotografie für dich?

Fotografie bedeutet für mich, das Leben mit allen Facetten einzufangen und die Beziehung zwischen Mensch und urbanem Raum zu dokumentieren. Ich sehe mich und meine Kamera daher auch mehr als „Schnittstelle“.

Streetspirit Frankfurt//4,3,2,1,0 - Mann mit einer Zeitung in schwarz-weiß

Was ist deine Vision / Was bewegt dich dazu Bilder zu machen?

Momente, scheinbar beiläufige Szenen, interessante Menschen festzuhalten, das treibt mich an.

Welche Fotografen inspiereren dich?

Elliott Erwitt wegen seinem Humor, Anton Corbijn wegen seiner Bildästhetik und Vivian Maier wegen ihrer Passion und Leidenschaft zur Fotografie.

Welches Equipment benutzt du und warum?

Eine Leica Q. Kompakt, leise, diskret und immer dabei.

Wie bearbeitest du deine Bilder?

Ich benutze Lightroom 6 und ein Preset, welches ich an meine Bedürfnisse angepasst habe. Jedes Bild wird nicht einfach durchgejagt, sondern ganz individuell und mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Streetspirit Frankfurt//Selfie - glückliches Pärchen welches ein Selfie macht in schwarz-weiß

Hast du Bedenken wenn du fremde Menschen Fotografierst?

Nein

Ist Instagram für dich eine profesionelle Plattform oder ist es eher eine Werbe-/ Versuchs-Plattform?

Instagram ist für mich eine Plattform, um mich mit anderen Foto-Begeisterten auszutauschen. Gerne lasse ich mich auch von dem ein oder anderen inspirieren.

Was möchtest du mit dem Teilen der Fotos auf Instagram erreichen?

Geschichten erzählen. Die Realität zeigen.

Wie entscheidest du, welches Bild du teilen willst und welches nicht?

Je nach Story: Es soll nach meinem Empfinden eine fortlaufende Erzählung sein. Oder zumindest an die Letzte anknüpfen.

Spirit of Berlin//Posing - Alte Frau mit Hund, welcher an der Leihne zieht in schwarz-weiß

Nutzt du noch weitere Plattformen?

Ich nutze außerdem den Leica Fotopark und Facebook (aber eher „stiefmütterlich“), um Bilder zu teilen.

Was würdest du anderen Leuten empfehlen, die sich auf Instagram ein Profil aufbauen möchten?

Sich in einem Genre zu spezialisieren und seinen eigenen Stil zu finden.

Warum eigentlich Frankfurt, ist Frankfurt Fotogen?

Frankfurt ist sehr fotogen und hat einen ganz eigenen Spirit! Und ist im Vergleich zu anderen Städten wie z.B. Berlin viel schwieriger in Szene zu setzen. Das bedeutet nicht, das andere Städte nicht interessant wären. Aber vor allem das kontrastreiche Frankfurt hat als Bankenmetropole mit seinen Straßenschluchten so seine ganz eigenen, besonderen Reize.

Welche Unterstützung wünschst du dir?

Weiterhin viel positive Resonanz.

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